22_Oktober — 19:00 Uhr

IMPORT EXPORT

Vorverkauf: 14€ zzgl. VVK-Gebühren

Abendkasse: tba

Aufgrund der Lockerungen der Covid-19 Regelungen findet das Konzert ohne Einschränkungen statt. Das Tragen einer Maske wird nichtsdestotrotz empfohlen.

IMPORT EXPORT

Support: JOLLE

Einlass: 19Uhr / Beginn: 20Uhr

Import Export, das ist Dialog, Transfer, Kontrast. Das sind Einsen und Nullen, Graustufen und Schockfarben, Slowmotion und Zeitraffer, Josi Miller und Stefan Heinrich. Der haptisch- lineare, von Großstadt-Appeal durchzogene Sound des Producer-Duos bewegt sich stilistisch zwischen den Spannungsfeldern Indie, Electronica, House und LoFi-HipHop und ist in erster Linie einfach nur eins: extrem innovativ. Das beweisen nicht zuletzt die von Live-Drums und extravaganten Visuals begleiteten Bühnenperformances des Zweigespanns. Kurz zu den Fakten: Josi Miller zählt seit Jahren zu den gefragtesten DJ’s der Bundesrepublik, hat mittlerweile so ziemlich jede nennenswerte Venue zwischen Hamburg und Zürich bespielt und beginnt 2018, eigene Musik zu produzieren. Ein kalter, weil Corona-bedingter Bühnenentzug, dutzende Juwelenjagden auf Berliner Vinyl-Märkten und unzählige nächtliche Ableton-Live Sessions später, ist Josi dann auch Profi im Samplen ausgedienter Schallplatten und Choppen ihrer eigenen Vocals. Stefan Heinrich, der sich schon zu einem frühen Zeitpunkt an jenem Kreativprozess beteiligt, ist als langjähriger Berufsmusiker ebenfalls auf der Suche nach neuen künstlerischen Herausforderungen. Er ist eine wandelnde Pop-Enzyklopädie, Gitarrist, Bassist und Drummer, bildet seit 2016 gemeinsam mit seinem Bruder die Indiepop-Band KLAN und komplettiert Josis modernes Soundgespür dank seiner klassischen Engineering-Skills nahezu perfekt. Dass Stefan und Josi im Frühjahr 2020 zusammenfinden und innerhalb kürzester Zeit ein hochinteressanter musikalischer Dialog entsteht, der in der Gründung eines Bandprojekts mündet, mag ein bisschen Schicksal sein, ist aber dennoch kein Zufall: Die beiden sind bereits seit ihre Leipziger Jugendjahren befreundet, waren gemeinsam auf Reisen, haben Straßenmusik gemacht und sich schlussendlich für die selbe Wahlheimat – Berlin – entschieden. Import Export werden im Mai 2020 mit der Veröffentlichung der gewichtig-treibenden Debüt-Single »Berlosin« für die Außenwelt hörbar. In der ersten Hälfte des Folgejahres erscheint neben »Tetris« mit Novaa die bislang erfolgreichste Auskopplung »If I Wrote You« über das Leipziger LoFi-Label Golden Ticket. Doch all das sind nur Vorboten. Mit SNACKS, dem ersten vollwertigen Import-Export-Release, gewährt das Duo im Frühsommer 2022 in sechs Akten endgültig Eintritt in sein Universum. Fertiggestellt in einer italienischen Waldhütte mutet SNACKS an wie eine Collage, die viel kleinteiliger ist, als die Tracklist der EP vermuten lässt. Sie beinhaltet ein breites Spektrum an Vinyl-Samples, Field-Recordings, Vocals und Instrumenten, übertritt in regelmäßigen Zyklen bewusst Genre-Grenzen … mehr noch: will sich partout nicht einordnen lassen können. Inhaltlich greift SNACKS – mal mehr, mal weniger konkret – einen Querschnitt jener Gefühle, Sehnsüchte und Gedanken auf, die im zum Normalzustand mutierten Lockdown immer schneller durch das Kopfkarussell von Josi Miller und Stefan Heinrich wirbeln. Und dieses Karussell ist mindestens so divers bestückt wie eine Snackbar: »Walk In Your Shoes« analysiert grundehrlich das Verhältnis einer längst erwachsenen Tochter zu ihren Eltern. Nachtschwärmer*innen-Hymnen wie »Benidorm« oder »Not my type« clashen dramaturgisch mit eingängig-melancholischen Stücken à la »I found a place« oder »Hour by Hour«, das den beklemmenden Vibe des Corona-Zeitalters wohl am besten charakterisiert. Und dann wäre da noch »Run Run Run« mit dem einzigen Feature Kadie aus Wien … ein Stück, das sich allein durch seinen Handlungsstrang und die Erzählung vom Sprint auf Zuckerentzug anfühlt, wie der heimliche Titelsong der EP.